3 Wochen.
275 km zu Fuß.
Meist mit großem Rucksack.
Wildnis, Strand, Sonne, Wind, Stille, Lärm, Schlafen gehen und Aufstehen mit der Sonne.
Ein beruflicher Neustart in drei Akten.
Woche 1: Freilaufen
Ich bin in Bewegung. Täglich von früh bis spät unterwegs, so weit mich meine Füße tragen, lasse mich vom Wind in Richtungen lenken oder widersetze mich ihm. Die Sonne und das Meer bilden eine Einheit, die mich nährt und zugleich an mir zehrt. Die Bewegung ist so klar: Raus. Raus aus einem bekannten und starren System. Raus aus der Sicherheit. Rein in das Abenteuer, immer mit dem Vertrauen, dass sich die Grundbedürfnisse schon stillen lassen werden. In meinem Fall lediglich Wasser, Nahrung und teils sehr rudimentäre Schlafplätze.
Woche 2: Entspannung
Zunehmend spüre ich Erschöpfung, die gut tut. Denn sie führt dazu, dass ich mich nicht mehr jeden Tag weiter bewegen muss, nicht mehr auf der Flucht bin, sondern in die Ruhe gehen kann. Ich kann spüren, wie Energien sich vermischen, ich zwischen Aufruhr und Besinnung schweben kann und das Vertrauen weiter habe, dass ich auch einfach im Moment sein darf, egal wie lange er ist. Es bilden sich Gedanken, Ideen, Visionen und Blödsinn – alles zu seiner Zeit.
Woche 3: Aufbruch
Ich spüre den Drang, zu gestalten. Ich spüre den Wunsch nach einfachen Strukturen und wieder Nähe zu lieben Menschen, die mich sonst umgeben. Ich spüre, dass ich nicht mehr nur unterwegs sein möchte, sondern die Mischung liebe aus Neu und Alt. Und ich vertraue darauf, bald meine eigenen zahlreichen Ideen von vor und während der Reise ordnen und in einem lebhaften Umfeld umzusetzen zu können.
Meine drei Learnings:
- Wir brauchen nicht viel.
- Wir sollten mehr auf unsere Umwelt achten.
- Es geht immer vorwärts, auch wenn sich mal Abgründe auftun.
So bin ich nun dabei, mich beruflich komplett neu aufzustellen, mit eigenen Ideen, intrinsischer Motivation und unbedingtem Bewegungsdrang in eine neue berufliche Zukunft zu starten – aus dem sichersten aller Systeme in die volle Selbstverantwortung. Dabei spürte ich niemals den Drang, unbedingt gehen zu müssen, aber den deutlichen Drang, unbedingt ankommen zu wollen. Und daher musste ich nicht das Ende verkünden, sondern ziehe viel mehr Kraft aus dem Neubeginn. Ich werde begleitet von Menschen, die meine Vision verstehen, schätzen und nähren und die sich immer zahlreicher beinahe magisch in mein Umfeld begeben, werde kritisch hinterfragt von Fremden und Freunden und bin nun angetrieben durch so viele positive Zukunfts-Möglichkeiten, die einfach entstehen dürfen.
Ich freue mich! Auf alles, was kommen mag!
Willkommen, Zukunft!